Blue Flower

Inzwischen gibt es zahlreiche kosmetische und medizinische Präparate, die gegen Haarausfall helfen können. Die Erfolgsraten und Kosten unterscheiden sich zum Teil erheblich.

  

  

Haarkur mit wichtigen Aufbaustoffen

Wirkung:
Liegt ein diffuser Haarausfall vor, wird die Haarwurzel nicht ausreichend mit Nährstoffen (z.B. Aminosäuren und B-Vitaminen) über den Blutweg versorgt. Die Suche nach der Ursache und die gezielte Behandlung der Störung im Körper oder der Kopfhauterkrankung steht hier an erster Stelle. Bei einem Drittel der Betroffenen, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten unter diffusem Haarausfall leiden, lässt sich eine Ursache jedoch nur noch schwer feststellen. Bei diffusem Haarausfall kann eine Therapie mit Aufbaustoffen helfen, das Haarwachstum wieder anzuregen. Eine effektive Wirkstoffkombination aus B-Vitaminen, Medizinalhefe, Keratin und der Aminosäure Cystin ist z.B. in Pantovigar® enthalten. Kurmäßig angewendet kann Pantovigar® das Haarwachstum wieder anregen. Dazu werden über einen Zeitraum von 3-6 Monaten 3 X 1 Kapsel eingenommen.

Nebenwirkungen:
Pantovigar® ist gut verträglich. Siehe Gebrauchsinformation. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie und wo erhältlich:
Pantovigar® ist rezeptfei in der Apotheke erhältlich.

Kosten:
Eine Monatspackung kostet ca. 30 EUR, für eine Kurpackung (3 Monate) muss man mit ca. 90 EUR rechnen.

Fazit:
Eine Haarkur mit den wichtigen Aufbaustoffen fürs Haar kann den diffusen Haarausfall deutlich reduzieren und das Haarwachstum fördern.   

Finasterid

Wirkung:
Finasterid (Propecia) ist ein sogenannter 5-Alpha-Reduktase-Hemmer. Das Enzym 5-Alpha-Reduktase bewirkt die Umwandlung von Testosteron in "Dihydrotestosteron" (DHT), welches für den männlichen Haarausfall verantwortlich ist. Die Finasterid-Tablette verhindert diese Umwandlung, die Bildung von DHT nimmt ab, es gehen weniger Haare aus. Finasterid wurde ursprünglich in höheren Dosierungen zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt. Um das Haarwachstum zu fördern, reicht aber schon eine deutlich niedrigere Dosis des Wirkstoffs aus. Eine Wirkung auf den Haarausfall zeigt sich aber erst nach einigen Monaten. Ab dem 6. Behandlungsmonat ließen sich in einer amerikanischen Studie erste Erfolge nachweisen. Nach zweijähriger Anwendung lässt sich bei fast 70% der Männer eine dichtere Behaarung nachweisen.

Nebenwirkungen:
Nebenwirkungen sind selten und verschwinden nach dem Absetzen. Nebenwirkungen wie Nachlassen der Potenz und Libidostörungen traten bei weniger als 2% der Anwender auf. Das Haarwachstum ist abhängig von der regelmäßigen Anwendung des Medikaments, nach dem Absetzen reduziert sich das Haarvolumen innerhalb von 6 bis 12 Monaten wieder auf den Zustand vor der Behandlung.

Wie und wo erhältlich:
Propecia ist nur mit Privat-Rezept in Apotheken erhältlich.

Kosten pro Monat:
Die Kosten von ca. 70 EUR (28-Tage-Packung) werden nicht von der Kasse übernommen.

Fazit:
Derzeit das wirkungsvollste Medikament gegen Haarausfall.

Minoxidil

Wirkung:
Bei der Entdeckung dieses Haarwuchsmittels kam den Wissenschaftlern der Zufall zur Hilfe. Patienten, die einen Wirkstoff gegen hohen Blutdruck testeten, klagten nach einigen Wochen über "fast schon entstellenden" Haarwuchs am ganzen Körper. Das führte zu einer Reihe von klinischen Studien, die die Wirksamkeit einer äußerlich anzuwendenden Minoxidillösung beim männlcihen Haarausfall untersucht haben. Auch eine 2%ige Lösung kann bei etwa 30% der Anwender den Haarausfall stoppen und verspricht sogar bei 10 bis 20 % der Anwender neuen Wuchs. Besonders gut sind die Chancen, wenn der Haarausfall noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Ruhende Haarwurzeln können durch Minoxidil zu neuem Leben erweckt werden. Die Wirkung beruht möglicherweise auf einer Verbesserung der Durchblutung des Haarbodens.

Nebenwirkungen:
Werden noch andere Mittel zur Blutdrucksenkung eingenommen, können sich die Wirkungen verstärken. Gelegentlich treten ödeme oder Herzrasen auf. Insgesamt sind die Nebenwirkungen aber selten.

Wie und wo erhältlich:
Inzwischen ist eine Minoxidillösung auch in Deutschland als rezeptflichtiges Medikament in Apotheken erhältlich. In einigen Ländern (Großbritannien, Dänemark, Spanien und den Niederlanden) ist die Lösung sogar rezeptfrei erhältlich.

Kosten pro Monat:
Die Kosten betragen etwa 50 EUR pro Monat.

Fazit:
Kann bei beginnendem Haarausfall den Verlust bremsen. Der Nachwuchs ist aber meist nur spärlich.

Aminexil

Wirkung:
Aminexil, ein Minoxidilabkömmling, soll die Verhärtung von Kollagen um die Haarwurzeln, die sogenannte "Fibrose" verhindern. Beim erblich bedingten Haarausfall wird der Haarfollikel durch die Anhäufung und Verhärtung von Kollagen an der Haarwurzel förmlich "erstickt", die Nährstoffversorgung wird schlechter, die Haare gehen aus. Aminexil soll die Lebensdauer der Haare verlängern. Nach sechsmonatiger Anwendung befanden sich etwa 5% mehr Haarwurzeln in der Wachstumsphase. Dadurch kann der Haarverlust etwas herausgezögert werden.

Nebenwirkung:
Gelegentlich leichter Brennen an der Kopfhaut.

Wie und wo erhältlich:
Aminexil ist rezeptfrei in Friseurgeschäften oder Apotheken erhältlich.

Kosten:
Etwa 50- 90 EUR pro Monat.

Fazit:
Die Zunahme der Haardichte ist nur gering. Evtl. kann das Voranschreiten des Haarausfalls etwas verzögert werden.

17-alpha-Estradiol

Wirkung:
17-alpha-Estradiol, ein synthetisch hergestelltes Hormon, schützt die Haarwurzeln vor den schädlichen Einflüssen männlicher Hormone, indem es die Aktivität des Enzyms 5-alpha-Reduktase bremst und die Bildung von Dihydrotestosteron (DHT) hemmt. Dadurch kann 17-alpha-Estradiol das Haarwachstum regulieren und das hormonelle Gleichgewicht an der Haarwurzel wiederherstellen. Trotz seiner östrogenstruktur greift der Hormonabkömmling auch bei Männern nicht in den Hormonhaushalt ein. Nach 12 monatiger Anwendung stieg der Anteil der Haare in der Wachstumsphase um 17%, bei 70% der Anwender kam es zu einer Besserung des Haarausfalls.

Nebenwirkungen:
Leichtes Brennen bei der Anwendung kann auftreten. Die Haare können vorübergehend fettiger werden.

Wie und wo erhältlich:
17-alpha-Estradiol ist zum Beispiel enthalten in "Pantostin" oder "Ell-Cranell-alpha". Es ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Kosten pro Monat:
Etwa 20 EUR

Fazit:
Kann vor allem in frühen Stadien den Haarausfall bremsen, verlorene Haare kommen in der Regel aber nicht wieder zurück. Kann auch mit Finasterid kombiniert werden.

Haartransplantation

Wirkung:
Nicht alle Haarwurzeln sind gleichermaßen anfällig gegenüber dem Einfluss männlicher Hormone. In der Regel widersteht ein Haarkranz am Hinterkopf hartnäckig den hormonellen Attacken. Mit diesen widerstandfähigen Haaren des Haarkranzes lassen sich die kahlen Stellen neu bepflanzen. Durch die Haartransplantation bilden sich keine neuen Haare, sondern die noch vorhandenen werden neu verteilt - mit teilweise erstaunlich guten Ergebnissen. Entscheidend für das Ergebnis sind Dichte und Qualität der verbliebenen Haare. Krause und lockige Haare füllen die Lücken meist besser als wellige oder glatte. Blonde Haare können in größeren Verbänden verpflanzt werden als schwarze, deren Kontrast vor allem vor heller Haut nur kleinere Transplantate zulässt.

Die Haartransplantation kann ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Nach Entnahme der "Spenderhaare" aus dem Haarkranz werden diese in Micrografts (2 - 3 Haare) oder Minigrafts (4 - 5 Haare) zerteilt. Diese "Haarbüschel" werden in kleine Löcher am Vorderkopf, die zum Beispiel mit Hilfe eines Lasers oder Skalpells angefertigt werden, eingepflanzt. Pro Sitzung werden 200 bis 400 dieser Haarbüschel in örtlicher Betäubung verpflanzt.

Nebenwirkungen:
Schwerwiegende Nebenwirkungen treten in der Regel nicht auf. Die Risiken sind die gleichen, wie bei anderen chirurgischen Eingriffen: Blutergüsse und Schwellungen verschwinden meist nach einigen Tagen von selbst, Wundinfektionen müssen entsprechend behandelt werden, um Vernarbungen zu verhindern.

Wie und wo erhältlich:
Die Haartransplantation erfordert viel Erfahrung, um Nebenwirkungen zu vermeiden und ein kosmetisch günstiges Ergebnis zu erzielen. Durchgeführt wird sie von einigen Hautfachärzten und plastischen Chirurgen, die sich mit der speziellen Technik vertraut gemacht haben.

Kosten:
Die Kosten betragen, je nach Umfang, zwischen 3000 und 10000 EUR.

Fazit:
Bei fortgeschrittenem Haarausfall, hohem Leidensdruck und Wirkungslosigkeit anderer Mittel durchaus empfehlenswert.

Bild: pixelio / Axel Wolkowski