Blue Flower

Auch wenn Modeindustrie und Hautärzte seit Jahren versuchen, blasse Haut als neuen Trend zu etablieren, so fühlen sich die meisten Menschen doch mit einer gleichmäßig leicht gebräunten Haut am attraktivsten. Je nach Hauttyp wird der gewünschte Hautton schon nach wenigen Sonnenbädern oder erst nach zahlreichen UV-Bestrahlungen erreicht.

Abhängig ist die Fähigkeit zu bräunen, aber häufig auch die Neigung, Pigmentflecken (Hyperpigmentierungen) zu entwickeln, vom Hauttyp.

Der amerikanische Hautarzt Fitzpatrick unterscheidet je nach Bräunungs- bzw. Sonnenbrandneigung zwischen 4 Hauttypen.

Hauttyp 1 bräunt nie und bekommt nach jedem Sonnenbad einen Sonnenbrand. Dieser "irische" Hauttyp ist meist rothaarig, blass und hat häufig grüne Augen. Hauttyp 1 neigt besonders stark zu Sommersprossen und Altersflecken. Prominentes Beispiel ist Nicole Kidman.

Hauttyp 2 ist in Mitteleuropa am häufigsten. Menschen mit diesem Hauttyp werden zwar braun, benötigen dazu aber meist zahlreiche Sonnenbäder und erleidet häufig Sonnenbrände. Der "germanische" Hauttyp hat meist blonde Haare und blaue Augen. Auch hier sind Sommersprossen und im späteren Lebensalter Altersflecken häufig. Claudia Schiffer würde diesem Hauttyp entsprechen.

Hauttyp 3 bräunt relativ gut, ist meist dunkelblond oder braunhaarig und hat braune Augen. Hormonell bedingte Hyperpigmentierungen sowie Pigmentflecken durch Parfüm und Kosmetikprodukte kommen hier häufiger vor. Die Schauspielern Iris Berben kann zu diesem Hauttyp gerechnet werden.

Hauttyp 4 ist der "mediterrane Typ" mit dunklen Haaren und dunkeln Augen, er bräunt gut, Sonnenbrände sind ihm fast unbekannt. Sommersprossen oder Altersflecken treten bei diesem Hauttyp fast nie auf. Dennoch ist, je nach Veranlagung die Neigung zu hormonell oder durch Kosmetika bedingte Pigmentflecken erhöht. Typisches Beispiel: Antonio Banderas.

Gebräunte Haut wird noch immer mit Gesundheit und Vitalität, mit Attraktivität und Sportlichkeit gleichgesetzt wird. Für die Haut ist die Bräunung allerdings eine "Notfallmaßnahme" um sich wirkungsvoll vor einer Schädigung durch UV-Licht zu schützen.

Die brauen Färbung der Haut wird durch den Hautfarbstoff "Melanin" verursacht. Melanin wird in pigmentbildenden Zellen, den sogenannten "Melanozyten" gebildet und an die Hautzellen abgegeben. Wie ein Sonnenschirm legt sich hier das Pigment über die Zelle und schützt vor allem die empfindlichen Zellkerne vor Schäden durch die Lichtstrahlen. Je geringer die Fähigkeit zu bräunen ist, desto schlechter sind die Hautzellen vor den UV-Strahlen geschützt und desto rascher altert die Haut in der Sonne. Hellhäutige Menschen sind zudem nicht nur anfälliger für Sonnenbrände, sondern auch Anzeichen chronischer Lichtschäden wie Altersflecken, gutartige Verhornungen (aktinische Keratosen), aber auch Hautumore treten bei ihnen häufiger und früher auf.

Die Bräunung der Haut wird durch zwei Strahlenspektren des Sonnenlichts hervorgerufen. Das langwellige UV-A Licht, welches in Solarien in hohen Dosen vorkommt, bewirkt eine sogenannte "Sofortbräune". Pigmentvorstufen reifen unter der Bestrahlung und führen rasch zu einer zarten Bräune, die aber meist nicht sehr lange anhält. Das kurzwellige UV-B Licht hingegen regt die Neubildung von Melanin an und bewirkt die sogenannte Spätpigmentierung. Die Bräune wird erst nach einigen Tagen sichtbar. Das UV-B-Licht ist für die Entstehung des Sonnenbrandes verantwortlich.

Nicht immer ist die Bräune aber gleichmäßig und ansprechend verteilt. Gelegentlich kommt es zu kosmetisch störenden, fleckigen Pigmentablagerungen, sogenannten "Hyperpigmentierungen".

Sommersprossen - ungefährliche "Gesichtspunkte"

Die häufigsten Pigmentablagerungen sind wohl die "Sommersprossen". Besonders Menschen mit rötlichem oder blondem Haar und hellem Hauttyp sind davon betroffen. Die Anlage zu Sommersprossen wird vererbt. Typisch ist das Auftreten der bräunlichen Punkte im Frühjahr und Sommer nach Sonnenbädern. Im Herbst und Winter blassen die Sommersprossen regelmäßig wieder ab. Das unterscheidet Sommersprossen z.B. von Muttermalen, die das ganze Jahr über den gleichen Farbton aufweisen. Sommersprossen sind harmlose Pigmentstörungen, die nie bösartig werden. Dennoch sind sie ein Hinweis auf eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und Sonnenbrandneigung. Sommersprossige Menschen sollten deshalb besonders auf einen guten Lichtschutz achten. Werden die "Gesichtspunkte" als störend empfunden, kann ein hoher Lichtschutzfaktor, der schon im Frühjahr aufgetragen werden muss, empfohlen werden. Die Bildung der Sommersprossen kann dadurch zwar meist nicht völlig verhindert werden, die Pigmentflecken werden aber nicht so dunkel und auffällig. Ein Bleichversuch mit Extrakten Vitamin-C reicher Pflanzen (Zitonensaft, Gurkensaft) ist ungefährlich, die Wirkung ist aber nicht immer ausreichend. Ein Behandlung mit sogenannten "Whitening-Produkten", Cremes mit aufhellender Wirkung, ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Altersflecken

Altersflecken treten, ähnlich wie Sommersprossen, bevorzugt an Körperteilen auf, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind. Vor allem Gesicht und Handrücken sind häufig mit Altersflecken übersät. Ab dem 40. Lebensjahr treten diese hellbraunen, manchmal graubraunen Pigmentflecken vermehrt auf und fast 90% der 60-jährigen weisen Altersflecken auf. Helle Haut, Sonnenbrände oder häufige Sonnenbäder auch ohne Sonnenbrände begünstigen die Bildung der "Lentigo solaris" oder auch Lentigo senilis", wie sie in der Fachsprache genannt werden. Um einer weiteren Zunahme vorzubeugen sollte auch hier ein Lichtschutz empfohlen werden. Wenn die Flecken kosmetisch sehr störend sind und die Kunden eine Entfernung wünschen, kommen mehrere Verfahren in Frage. Durch Fruchtsäurepeeling können die Altersflecken nach und nach blasser werden, je nach Konzentration der Fruchtsäuren sogar ganz verschwinden. Nach dem Peeling muss aber unbedingt auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden, denn die nun empfindliche Haut neigt besonders stark zu Pigmentverschiebungen. Cremes mit bleichenden und abschuppenden Wirkstoffen (z.B. Skinoren Creme, Pigmanorm Creme) verbessern nach längerer Anwendung ebenfalls das Hautbild. Hier ist aber Geduld notwendig. Auch während der Behandlung mit bleichenden Cremes muss übermäßige Sonnenbestrahlung vermieden werden. Sehr wirkungsvoll ist eine Behandlung mit dem Rubinlaser. Durch die Laserwirkung wird das braune Pigment zerkleinert und kann dann abgebaut werden. Die Behandlung ist nicht sehr schmerzhaft und kann ohne Betäubung durchgeführt werden. Bestehen allerdings auch nur die geringsten Zweifel, dass es sich bei den braunen Hautverfärbungen nicht um Altersflecken, sondern beispielsweise um einen Hauttumor handeln könnte, darf keine Entfernung oder Bleichung vorgenommen werden. Sicherheitshalber muss die Kundin in diesem Fall zunächst zur weiteren Abklärung einem Hautarzt vorgestellt werden.
Lentigines, die sogenannten "Linsenflecke" werden häufig mit Sommersprossen verwechselt und sehen diesen auch etwas ähnlich. Sie sind aber meist dunkler gefärbt, linsengroß und rund. Ein Zusammenhang mit Sonnenbestrahlung besteht nicht, die Lentigines bestehen Sommer wie Winter unverändert. Eine Therapie dieser harmlosen Pigmentflecken ist nicht notwendig, eine Bleichung oder Lasertherapie sollte nicht durchgeführt werden. Wenn sich die Betroffenen durch die Pigmentflecken beeinträchtigt fühlen, ist eine kosmetische Abdeckung möglich.

Auch Hormonpräparate können die Haut "scheckig" machen

Flächige, gelbbraune Pigmentverschiebungen an Stirn, Schläfen und Wangen können bei Frauen unter Hormoneinfluss auftreten. Dieses Melasma (Synonym: Chloasma) tritt bei Frauen während der Schwangerschaft auf und können sich nach der Schwangerschaft auch ohne Behandlung wieder zurückbilöden. Doch auch durch Einnahme östrogenhaltiger Medikamente (Pille, Medikamente gegen Wechseljahresbeschwerden) kann eine Hyperpigmentierung ausgelöst werden. 10 bis 20% der Frauen, die regelmäßig die "Pille" einnehmen, entwickeln ein solches Melasma. Damit die braunen Flecken nicht noch auffälliger und dunkler werden, sollten die Kundinnen direkte Sonnenbestrahlung und Solariumsbesuche vermeiden. Beim Aufenthalt im Freien sollte ein Lichtschutz mit hohem Schutzfaktor im UV-B, aber vor allem auch im UV-A Bereich aufgetragen werden. Ein gut deckendes Makeup gleicht die Farbunterschiede oft genügend aus. Bei sehr starken Farbkontrasten kann der Kundin auch die Camouflage-Technik beigebracht werden. Manchmal ist eine Bleichung der betroffenen Areale mit einer Hydrochinon-Tretinoin-Creme möglich (z.B. Pigmanorm Widmer). Dieses Präparat sollte aber nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit empfohlen werden. Mild aufhellende Whitening-Präparate mit natürlichen Wirkstoffen können bei leichten Fällen ausreichend sein. In vielen Fällen hilft einfach Abwarten, denn nach Beendigung der Schwangerschaft bzw. nach dem Absetzen der Hormonpräparate verschwindet die Pigmentierung oft von alleine.

Vorsicht Parfüm

Pigmentflecken können auch durch Parfüms und Kosmetikprodukte ausgelöst werden. Besonders häufig sind vaselinehaltige Hautcremes oder duftstoffhaltige Pflegeprodukte für dieses Melasma cosmeticum verantwortlich. Besonders Bergamotteöl, das die Lichtempfindklichkeit der Haut erhöht, bewirkt zusammen mit Lichtbestrahlung eine schmutzig braune, fleckige Verfärbung, die teilweise jahrelang bestehen kann. Im Sommer sollten Bergamottöl-haltige Kosmetika und Parfüms (typischer Vertreter: 4711 Kölnisch Wasser) gemieden werden. Vor allem wenn das Melasma um den Mund herum auftritt, liegt der Verdacht nahe, dass hier Kosmetika eine Rolle spielen. Selbst Männer bleiben davon nicht verschont. Auch bei ihnen treten diese typischen Hautveränderungen in letzter Zeit, bedingt durch die verstärkte Anwendung von Pflegeprodukten, häufiger auf. Alle verdächtigen Präparate sollten zunächst abgesetzt werden, zur Hautreinigung sind vor allem unparfümierte Syndets geeignet, zur Pflege sollten duftstofffreie, nicht zu fettige Präparate empfohlen werden. Die verwendeten Lichtschutzpräparate müssen ebenfalls frei von Parfümstoffen sein und einen hohen UV-A-Schutzfaktor haben. Um Rückfälle zu vermeiden, sollte der konsequente Sonnenschutz mindestens über zwei Sommer angewendet werden.
Achtung: Bei allen unklaren Pigmentveränderungen sollte vor der Behandlung ein bösartiger Hauttumor ausgeschlossen werden.