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Die sogenannte "Midlifecrisis" wird von vielen Mitt- oder End-Dreißigern mit Bangen erwartet. Die Sozialwissenschaftlerin Elaine Wethington von der Cornwell University in Ithaca hat untersucht, wie häufig diese Lebenskrise tatsächlich durchgemacht wird.

Das Ergebnis war verblüffend: Weniger als die Hälfte der Untersuchten, die meinen, eine Midlifecrisis erlebt zu haben, waren wirklich betroffen. In der Studie wurden 714 Personen im Alter zwischen 28 und 78 Jahren befragt.

Etwa ein Viertel der Studienteilnehmer gab an, eine Midlifecrisis durchzumachen oder durchgemacht zu haben. In Wirklichkeit aber beschrieben die Befragten keine "echte" Midlifecrisis, die als eine Zeit des Umbruchs mit Ängsten und Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Älterwerden gekennzeichnet ist. Vielmehr beschrieben die Personen lediglich einige stressreiche Phasen, die sie zwischen dem 39. und 50. Lebensjahr erlebt hatten.

Das eigentliche Problem des Älterwerdens spielte dabei nur bei etwa der Hälfte aller als Midlifecrisis geschilderten Fälle eine Rolle. Interessant ist außerdem, dass die meisten Menschen der Midlifecrisis durchaus Positives abgewinnen können. "Viele Leute in der Mitte des Lebens nutzen die so genannte Midlifecrisis als ein Instrument, um ihrem Leben eine Bedeutung zu geben. Sie ziehen Bilanz darüber, wo sie gern ständen oder was sie, als sie jünger waren, erwartet hatten zu werden", meint Wethington.