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Aus dem Tierreich ist schon lange bekannt, dass Lebewesen, die einen großen Teil des Tages schlafend und dösend verbringen, eine höhere Lebenserwartung haben. So werden Katzen fast doppelt so alt wie die aktiven Hunde. Noch deutlicher ist der Effekt bei Säugetieren, die Winterschlaf halten.

Während die ganzjährig aktive Maus nur drei bis vier Jahre lebt, erreichen die winterschlafenden Fledermäuse oft ein Alter von fast 30 Jahren.

Leben auch bei den Menschen die "Schlafmützen" länger als die Frühaufsteher? "Langschläfer sind auf Dauer tatsächlich oft gesünder und leistungsfähiger, als Menschen, die scheinbar mit wenig Schlaf auskommen," berichtet der Fuldaer Gesundheitswissenschaftler Professor Dr. Peter Axt in seinem aktuellen Buch "Vom Glück der Faulheit". "Es existieren zahlreiche Untersuchungen, die belegen, dass chronischer Schlafmangel alt macht und das Leben verkürzt. Zahlreiche Alterskrankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Übergewicht werden begünstigt." Auch Depressionen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können Folgen eines Schlafmangels sein. Wer zu früh aus den Federn muss, steht nämlich den ganzen Tag unter Stress. So wiesen Forscher der Londoner Westminster-Universität im Speichel von Personen, die vor 7.20 Uhr aufstehen mussten, deutlich höhere Werte des Stresshormons Cortisol nach, als bei Langschläfern.

"Bei der Recherche zu unserem Buch haben wir zahlreiche sehr alte und noch fitte Senioren befragt," so Prof. Dr. Peter Axt, Gesundheitswissen-schaftler aus Petersberg. "Alle haben uns bestätigt, dass sie viel geschlafen und Stress und Hetze weitgehend vermieden haben. Die meisten gönnten sich regelmäßig einen Mittagsschlaf." Wahrscheinlich ist die Produktion "verjüngender" Hormone wie Melatonin oder Wachstumshormone, die bevorzugt im Schlaf ausgeschüttet werden, für die positiven Effekte des Schlafs verantwortlich. Ebenso profitiert das Immunsystem von einer Schlafverlängerung. Auch ein Absinken der Körpertemperatur und eine Verlangsamung der Stoffwechselvorgänge während des Schlafs tragen zur gesundheitsfördernden und lebensverlängernden Wirkung bei. "Achten Sie aber darauf, dass es in Ihrem Schlafzimmer richtig dunkel ist," rät Professor Axt. "Nur dann kommt die Produktion des Verjüngungshormons Melatonin richtig in Gang."

Mehr zum Thema: Axt, Axt-Gadermann "Vom Glück der Faulheit", Herbig Verlag