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Etwa sechs Millionen Menschen leiden heute in Deutschland an Knochenschwund. Nur zwei Millionen davon wissen von ihrer Erkrankung, nur jeder Sechste erhält eine Therapie. So bleibt Knochenschwund, in Fachkreisen Osteoporose genannt, bis heute eine der folgenreichsten Volkskrankheiten in Deutschland - sowohl aus sozialer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Denn die Krankheit führt in einen Teufelskreis aus Schmerz und Mobilitätsverlust bis hin zu Depression oder sozialer Vereinsamung. Für etwa ein Fünftel der älteren Patienten hat ein Knochenschwund bedingter Bruch im Laufe eines Jahres sogar tödliche Konsequenzen.

„Trotz großer Fortschritte in der Diagnostik und Therapie halten viele Menschen Knochenschwund auch heute noch für eine unvermeidbare Folge des Alterns oder ein typisches Menopausen-Syndrom“, sagt Prof. Dr. Dieter Felsenberg, Gründer und Leiter des Zentrums für Muskel- und Knochenforschung am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin. „Doch Knochenschwund ist eine ernst zu nehmende und komplizierte Stoffwechsel-Erkrankung des Knochens, die nicht nur Frauen und ältere Menschen trifft. Wird sie frühzeitig erkannt, kann sie mit sogenannten Bisphosphonaten effektiv behandelt werden, bevor der erste Bruch und damit das Risiko für Folgebrüche die Lebensqualität Betroffener drastisch einschränken.“

Wenn der Knochenumbau aus dem Gleichgewicht gerät

Das Anheben einer Tasche, das Herumdrehen im Bett oder ein leichtes Stolpern – bereits alltägliche Aktivitäten können bei Knochenschwund einen Bruch auslösen. Denn die Volkskrankheit führt zum schleichenden Abbau der Knochenmasse, bis diese porös wird und schon bei geringen Anlässen bricht. Besonders betroffen sind Skelettbereiche mit einem hohem Anteil an strukturreicher, sogenannter spongiöser Knochenmasse: Wirbelsäule, Hüfte oder Unterarm.

Während sich ein gesunder Knochen in einem kontinuierlichen Auf- und Abbauprozess befindet, ist dieser bei Knochenschwund gestört. Mehr als zwei Millionen Zelleinheiten sind normalerweise für die stetige Reparatur, den Abbau verschlissener Knochensubstanzen und den Aufbau neuer, stabiler Knochenmasse verantwortlich. Sobald spezifische Kontrollzellen im Knochen Schäden oder Risse feststellen, beginnen knochenabbauende Zellen, sogenannte Osteoklasten, die geschädigte Knochensubstanz aufzulösen. Knochenaufbauende Osteoblasten füllen die gesäuberten Baustellen anschließend mit neuer, stabiler Knochensubstanz. So werden im Normalfall etwa acht Prozent unseres gesamten Skeletts pro Jahr erneuert. Bei Knochenschwund dagegen wird kontinuierlich mehr Knochenmasse abgebaut, als erneuert. Gleichzeitig vermindert sich die Qualität des Knochens: Risse im Inneren des Knochengewebes, sogenannte Mikrofrakturen, werden nicht mehr ausreichend repariert, die Dichte, Festigkeit und Elastizität des Knochen verringert sich zunehmend.

Knochendichtemessung für eine sichere Diagnose

Der schleichende Knochenabbau löst zunächst keine Beschwerden aus. Gelegentlich zeigt er sich in Form von Rückenschmerzen, die jedoch nur selten mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden. So wird Knochenschwund meistens erst in seinem Endstadium erkannt: dann, wenn große Anteile der Knochensubstanz verloren sind und es zum Bruch kommt. „Der erste Bruch ist oftmals Auslöser für eine Kaskade Konsequenzen reicher Folgebrüche“, sagt Prof. Dr. Felsenberg. „Früherkennung und eine effektive Therapie sind deshalb für den Erhalt der Lebensqualität Betroffener entscheidend.“ Der einzige Weg, Knochenschwund frühzeitig zu erkennen, ist die Knochendichtemessung. Über sie bestimmt der Arzt den Knochenzustand in verschiedenen Bereichen des Skeletts und prüft das bestehende Bruchrisiko. Die Untersuchung ist einfach und schmerzlos, kann schnell durchgeführt werden und ist im Vergleich zu Röntgenaufnahmen sehr strahlungsarm. Auch wenn sie nicht zu den Standardleistungen der Krankenkassen gehört, wird sie von Ärzten Menschen mit einem oder mehreren Risikofaktoren für Knochenschwund dringend empfohlen.

Ein wichtiger Risikofaktor ist das Geschlecht: Frauen haben weniger Knochenmasse und unterliegen einem vierfach höheren Risiko, an Knochenschwund zu erkranken, als Männer. Mehr als die Hälfte aller Frauen über 50, aber auch jeder fünfte Mann dieser Altersgruppe hat Knochenschwund. Kalziummangel während der Schwangerschaft und Stillzeit, mehrwöchige Bettruhe, chronischer Bewegungsmangel, Fehlernährung, Untergewicht, Rauchen oder Alkoholkonsum sowie die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel Kortison, verstärken das Risiko einer Erkrankung.

Knochenschwund ist effektiv behandelbar

Stellt der Arzt Knochenschwund fest, gilt die Einnahme sogenannter Bisphosphonate in Verbindung mit Vitamin D- und Kalzium als Therapiestandard. Bisphosphonate bremsen den Knochenabbau und senken das Knochenbruchrisiko bereits nach einem Jahr auf bis zu 50 Prozent. Je nach Grad der Erkrankung können Bisphosphonate den geschwächten Knochen nach mehreren Jahren wieder regenerieren. Seit kurzer Zeit gibt es erstmals ein Bisphosphonat, das – statt täglich – einmal wöchentlich eingenommen werden kann. FOSAMAXÒ (Wirkstoff: Alendronat) einmal wöchentlich 70 mg zeigt die gleiche Wirkung, wie die tägliche 10 mg Therapie und macht die Behandlung von Knochenschwund erheblich einfacher und patientenfreundlicher. Noch besser ist es allerdings, dem Knochenschwund von Anfang an vorzubeugen. Wer knochenbewusst leben möchte, sollte aktiv in Bewegung bleiben und auf eine ausgeglichene, kalzium- und vitaminreiche Ernährung achten.

Knochenschwund ist behandelbar

Stellt der Arzt Knochenschwund fest, gilt die Einnahme sogenannter Bisphosphonate in Verbindung mit Vitamin D- und Kalzium als Therapiestandard. Bisphosphonate bremsen den Knochenabbau und senken das Knochenbruchrisiko bereits nach einem Jahr auf bis zu 50 Prozent. Je nach Grad der Erkrankung können Bisphosphonate den geschwächten Knochen nach mehreren Jahren wieder regenerieren. Seit kurzer Zeit gibt es erstmals ein Bisphosphonat, das – statt täglich – einmal wöchentlich eingenommen werden kann. Der Wirkstoff Alendronat kann sowohl täglich, als auch wöchentlich eingenommen werden. Eine Therapie einmal wöchentlich mit 70 mg zeigt die gleiche Wirkung, wie die tägliche 10 mg Therapie und macht die Behandlung von Knochenschwund erheblich einfacher und patientenfreundlicher. Noch besser ist es allerdings, dem Knochenschwund von Anfang an vorzubeugen. Wer knochenbewusst leben möchte, sollte aktiv in Bewegung bleiben und auf eine ausgeglichene, kalzium- und vitaminreiche Ernährung achten.