|
Mehr als die Hälfte aller Patientinnen, die aufgrund einer Osteoporose medikamentös behandelt werden, sind mit Vitamin D unterversorgt. Der Vitamin D-Mangel betrifft sowohl Patientinnen in sonnenreicheren als auch in sonnenärmeren Gebieten und ist unabhängig vom Alter. Dies bestätigten aktuelle Studien, die auf der 26. Jahrestagung der American Society for Bone and Mineral Research (ASBMR) im Oktober vorgestellt wurden.
Vitamin D besitzt eine zentrale Bedeutung für den Knochenstoffwechsel. Nur bei einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D (400-800 I.E. pro Tag) wird Kalzium über den Darm optimal aufgenommen und anschließend in den Knochen eingebaut. Vitamin D ist nur in einigen Nahrungsmitteln vorhanden; geringe Mengen befinden sich in bestimmten Fischarten, Butter, Eigelb und Pilzen. Die wichtigste Quelle von Vitamin D ist die Bildung in unserer Haut, wofür allerdings die Einwirkung von Sonnenlicht benötigt wird. Vitamin D-Mangel unabhängig von Alter und Sonnenexposition Dass viele Menschen mit Vitamin D unterversorgt sind, bestätigte eine aktuelle Studie an 1536 Frauen im durchschnittlichen Alter von 71 Jahren, die wegen einer Osteoporose medikamentös behandelt wurden [1]. Mehr als die Hälfte dieser Teilnehmerinnen (52%) hatten eine inadäquate Vitamin D-Versorgung. Zwei weitere auf dem ASBMR vorgestellte Studien kamen zu einem vergleichbaren Ergebnis. So wies eine Untersuchung (n=78) am Krankenhaus von Minnesota nach, dass der Vitamin D-Spiegel bei nahezu allen Patienten (97%), die wegen einer Fraktur stationär behandelt wurden, unter dem empfohlenen Richtwert lag [2]. Interessanterweise wurde selbst bei denjenigen Patienten eine Unterversorgung nachgewiesen, denen wegen des erhöhten Frakturrisikos zuvor eine regelmäßige Vitamin D-Supplementation empfohlen wurde. Wie eine weitere Untersuchung an 252 Frauen vor Augen führt, bietet auch eine erhöhte Sonnenexposition keinen Schutz vor Vitamin D-Mangel. Selbst in sonnenreichen Gebieten wie dem südlichen Kalifornien ist ein großer Teil der Osteoporose-Patientinnen mit Vitamin D unterversorgt [3]. Unabhängig von Alter und ethnischer Zugehörigkeit waren auch hier mehr als die Hälfte aller Frauen (53%) betroffen.
Fazit: Über Vitamin D aufklären Eine adäquate Supplementation mit Vitamin D ist für Patientinnen mit Osteoporose unerlässlich - unabhängig davon, wo sie leben und wie viel sie sich an der frischen Luft bewegen. Alle Patientinnen mit erhöhtem Frakturrisiko sollte man deshalb unbedingt ausdrücklich über die Notwendigkeit einer ausreichenden Vitamin D-Supplementation aufklären. Für Patienten mit Osteoporose wird eine Zufuhr von täglich 400 bis 800 I.E. Vitamin D empfohlen.
Quellen:
[[1]] Holick MF, Siris E, Binkley N et al. Vitamin D inadequacy is highly prevalent among North American women treated for osteoporosis. Poster presented at 26th Annual Meeting of the American Society for Bone and Mineral Research, Seattle, 1-5 October 2004. Supported by an educational grant from Merck & Co. Inc., USA
[2] Simonelli C, Morancey JA, Swanson L et al. A high prevalence of vitamin D inadequacy in a minimal trauma fracture population. Poster presented at 26th Annual Meeting of the American Society for Bone and Mineral Research, Seattle, 1-5 October 2004. Supported by an educational grant from Merck & Co. Inc., USA
[3] Blau EM, Brenneman SK, Bruning AL and Chen YT. Prevalence of vitamin D inadequacy in an osteoporosis population in Southern California. Poster presented at 26th Annual Meeting of the American Society for Bone and Mineral Research, Seattle, 1-5 October 2004. Supported by an educational grant from Merck & Co. Inc., USA |