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Jobs mit wenig eigener Entscheidungsfreiheit besonders gefährlich - Ein stressiger Job mit wenig Kontrolle über das Geschehen im Alltag kann laut Wissenschaftlern des University College London eine tödliche Kombination sein. Das Team um Mika Kivimaki hat 13 europäische Studien mit insgesamt fast 200.000 Teilnehmern analysiert.

Es zeigte sich, dass starke Belastungen im Job mit einem um 23 Prozent erhöhten Risiko eines Herzanfalls oder Todesfalls durch koronare Herzerkrankungen in Zusammenhang stehen.

Umgang mit Stress wichtig

Die Forscher fanden zudem heraus, dass die Gefahr für das Herz durch Rauchen oder Bewegungsmangel deutlich geringer ausfiel. Laut Peter Weissberg von der British Heart Foundation ist es entscheidend, wie Menschen auf Stress bei der Arbeit reagieren. Details der Studie wurden im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht.

Arbeit kann in jedem Beruf zur Belastung werden. Laut Experten ist das Phänomen jedoch bei Berufen mit geringerer fachlicher Qualifikation verbreiteter. Ärzte, die laufend Entscheidungen treffen müssen, leiden eher weniger unter ihrem Job als jemand, der in einer Fabrik am Fließband steht. Die Ergebnisse früherer Studien über die Auswirkungen von Belastungen im Job auf das Herz waren nicht eindeutig.

In den untersuchten Studien wurden die Teilnehmer gefragt, ob die Arbeitsbelastung zu groß oder die Arbeitszeit einfach nicht ausreichend war. Zusätzlich wurden Fragen dazu gestellt, wie viel Freiheit Arbeitnehmer haben, eigene Entscheidungen zu treffen. In einem nächsten Schritt wurden die Teilnehmer je nach Belastung in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Diese wurden rund siebeneinhalb Jahre lang begleitet.

Aktiv bleiben, auch nach der Arbeit

Laut Kivimaki legen die Forschungsergebnisse nahe, dass eine zu große Belastung im Job ein geringfügig, aber beständig erhöhtes Risiko einer koronaren Herzerkrankung wie einem Herzanfall bedeuten kann. Das Wegfallen dieser Belastung könnte 3,4 Prozent dieser Erkrankungen verhindern. 36 Prozent der Arbeitnehmer könnten dieses Risiko reduzieren, wenn sie aufhörten zu rauchen.

In einem BBC-Bericht erklärt Kivimaki, dass es bereits bekannt ist, dass gerade Raucher in stressigen Jobs dazu neigen mehr zu rauchen. Aktive Menschen mit zu viel Stress im Job hingegen neigen dazu, weniger aktiv zu werden und dass es auch einen Zusammenhang mit dem Entstehen einer Fettsucht gibt. Das Herzrisiko könne bei einem sehr stressigen Job auch durch einen gesunden Lebensstil verringert werden.

Foto: pixelio.de, Gerd Altmann
London (pte008/14.09.2012/10:25) - pressetext.redaktion, Michaela Monschein, Tel.: +43-1-81140-300, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!