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Bapineuzumab hat in Studien nicht gewünschte Ergebnisse erzielt - Die Pharmafirmen Pfizer und Johnson & Johnson haben bekannt gegeben, dass sie die Entwicklung des Alzheimer-Medikaments Bapineuzumab nach dem Versagen bei zwei großen klinischen Studien stoppen werden. Bapineuzumab war darauf ausgerichtet, die Ansammlung von Proteinablagerungen im Gehirn zum Stehen zu bringen.

Das Problem ist, dass das Medikament bei vielen Patienten zu keiner Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten oder der Fähigkeit, den Alltag besser zu bewältigen, geführt hat. Alzheimer gilt als die verbreitetste Form von Demenz. Allein in Amerika ist diese Krankheit die sechsthäufigste Todesursache. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit 36 Mio. Menschen an einer Demenz leiden, schreibt die BBC.

Präventiver Nutzen im Vordergrund

Beide Pharmaunternehmen haben am 23. Juli bekannt gegeben, dass die erste klinische Studie mit der intravenösen Form des Medikaments gescheitert ist. An dieser Studie nahmen Patienten teil, die über ein Gen verfügen, das mit einem erhöhten Alzheimerrisiko in Zusammenhang gebracht wird. Die Ergebnisse der Gruppe, die Bapineuzumab erhielt, waren jedoch großteils die gleichen wie bei der zweiten Patientengruppe ohne dieses Gen, die in der zweiten Studie getestet wurde.

Das Ende der zweiten Studie bedeutet, dass weitere Tests mit der intravenösen Version dieses Medikaments nicht stattfinden werden. Laut Johnson and Johnson wird jedoch eine Studie zum subkutanen Einsatz weitergeführt. Einige Experten hatten vorausgesagt, dass die aktuellen Studien scheitern würden, da das Gehirn der teilnehmenden Patienten bereits geschädigt war. Laut William Thies von der Alzheimer's Association sollte das Medikament in der Prävention trotzdem weiter getestet werden.

Weiteres Medikament von Zulassung entfernt

Johnson and Johnson hatte sich 2009 bereit erklärt, bis zu 1,5 Mrd. Dollar in die Entwicklung von Bapineuzumab zu investieren. In einer Stellungnahme erklärte Steven Romano, der Chefentwickler von Pfizer, dass das Unternehmen sehr enttäuscht ist. "Es hat uns sehr leid getan, damit auch eine neue Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Alzheimer zu verlieren." Solanezumab, ein ähnliches Medikament des Pharmaunternehmens Eli Lilly, ist laut Experten ebenfalls noch weit von einem Erfolg entfernt.

New York/New Brunswick (pte009/07.08.2012/10:07) - pressetext.redaktion, Michaela Monschein, Tel.: +43-1-81140-300, www.pressetext.com
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